Die "Bedürfnispyramide nach Abraham Maslow"

Die "Bedürfnispyramide nach Abraham Maslow"

Mit Erklärung der Stufen in Englisch / Deutsch

  • 1. Ebene / Physiological Needs / Physiologische Bedürfnisse
    • Englisch: air, food, drink, shelter, sleep, breathing, warm, reproduction
    • Deutsch: Luft, Essen, Trinken, Obdach, Schlaf, Atmung, Wärme, Fortpflanzung
  • 2. Ebene / Safety Needs / Sicherheitsbedürfnisse
    • Englisch: security, police, stability, health, school, hospital, work
    • Deutsch: Sicherheit, Polizei, Stabilität, Gesundheit, Schule, Krankenhaus, Arbeit
  • 3. Ebene / Social Needs / Soziale Bedürfnisse
    • Englisch: friendship, intimacy, trust, family, social connections
    • Deutsch: Freundschaft, Intimität, Vertrauen, Familie, soziale Verbindungen
  • 4. Ebene / Esteem Needs / Individualbedürfnisse (Wertschätzungsbedürfnisse)
    • Englisch: self-respect, reputation, recognition, achieving status, respect from others
    • Deutsch: Selbstachtung, Ansehen, Anerkennung, Status erreichen, Respekt von anderen
  • 5. Ebene / Self-Actualization / Selbstverwirklichung
    • Englisch: creativity, striving for peronal growth, self-expression, achieving goals
    • Deutsch: Kreativität, Streben nach persönlichem Wachstum, Selbstdarstellung, Erreichen von Zielen

Die Maslowsche Bedürfnishierarchie, bekannt als Bedürfnispyramide, ist ein sozialpsychologisches Modell des US-amerikanischen Psychologen Abraham Maslow

Es beschreibt auf vereinfachende Art und Weise menschliche Bedürfnisse und Motivationen (in einer hierarchischen Struktur) und versucht, diese zu erklären.

Maslow gilt als der wichtigste Gründervater der humanistischen Psychologie, in der eine Psychologie seelischer Gesundheit angestrebt und die menschliche Selbstverwirklichung im Rahmen eines ganzheitlichen Konzepts untersucht wird, wobei er sich gegen die Verabsolutierung quantifizierender Modelle und Methoden in der Psychologie wandte. Durch seine vereinfachende Darstellung einer Bedürfnishierarchie erlangte er weitreichende Bekanntheit.

Seine Bedürfnishierarchie wurde zuerst in einer 5-Stufigen Pyramide dargestellt, später dann in einer 8-Stufigen Pyramide.
Dies ist jedoch jeweils nur eine statische Darstellung, da die Bedürfnisse "ineinander greifen". 
Folglich gibt es auch andere Darstellungsweisen z. B. in einem Flussdiagramm.

Dynamische Darstellung der Bedürfnishierarchie – Überlappungen sind dabei möglich und zu einem Zeitpunkt oft mehrere Bedürfnisse (aus verschiedenen Kategorien) aktiv.

Beschreibung der Bedürfnishierarchie

Die Bedürfnishierarchie ist ein Inhaltsmodell der Motivation (kein Prozessmodell); sie beschäftigt sich mit Inhalt, Art und Wirkung von Motiven. Ferner wird eine Taxonomie von Motiven geboten und bestimmt, die angibt, nach welchen Gesetzmäßigkeiten welche Motive verhaltensbestimmend werden.

Maslow stellte fest, dass manche Bedürfnisse Priorität vor anderen haben. Luft und Wasser brauchen wir zum Beispiel dringender als ein neues Auto. Den Versuch, eine konkrete (Rang-)Liste von Bedürfnissen aufzustellen, hält Maslow allerdings für nicht zielführend. Deshalb ordnete er Bedürfnisse zunächst nach fünf größeren Kategorien, beginnend mit den grundlegendsten physiologischen bis hin zu den kognitiv und emotional hoch entwickelten humanen Bedürfnissen (physiological needs, safety needs, love needs, esteem needs, needs for self-actualization).

Anschließend nimmt er eine weitere Unterteilung der ersten vier Kategorien in Defizitbedürfnisse (oder Mangelbedürfnisse) und der letzten in Wachstumsbedürfnisse (oder unstillbare Bedürfnisse) vor, mit der Begründung, die Nichtbefriedigung bestimmter Bedürfnisse – der Defizitbedürfnisse – könne physische oder psychische Störungen zur Folge haben (z. B. Sicherheit – Angst, sozialer Kontakt – emotionale Störungen). Wachstumsbedürfnisse hingegen könnten nie wirklich befriedigt werden, allerdings ebenso psychische Störungen oder Minderwertigkeitskomplexe auslösen.

Nur so lange ein Bedürfnis unbefriedigt ist, aktiviert und beeinflusst es das Handeln. Dabei wird das Handeln weniger von innen angetrieben als von den Befriedigungsfolgen angezogen. Mit zunehmender Befriedigung eines Bedürfnisses nimmt also dessen motivierende Kraft ab (wenn man nicht mehr durstig ist, versucht man beispielsweise nicht mehr zu trinken).

Die Maslowsche Bedürfnishierarchie mit den "klassischen" 5 Ebenen

Die Bedürfnispyramide von Abraham Maslow ist ein sozialpsychologisches Modell, das menschliche Bedürfnisse in fünf hierarchischen Stufen organisiert: Physiologische Bedürfnisse, Sicherheitsbedürfnisse, soziale Bedürfnisse, Individualbedürfnisse und Selbstverwirklichung. Das Modell besagt, dass grundlegendere Bedürfnisse (Defizitbedürfnisse) weitgehend erfüllt sein müssen, bevor Menschen höhere Bedürfnisse (Wachstumsbedürfnisse) anstreben. Das Modell wird in Psychologie, Personalmanagement und Marketing zur Erklärung von Motivation und Verhalten eingesetzt.

Die fünf Stufen der Bedürfnispyramide

1. Physiologische Bedürfnisse (Grundbedürfnisse):

Diese bilden die Basis der Pyramide und umfassen das Überleben. Dazu gehören Essen, Trinken, Schlaf und Ruhe.

2. Sicherheitsbedürfnisse:

Auf dieser Stufe geht es um Schutz vor Gefahren, Stabilität, Ordnung und physische Sicherheit.

3. Soziale Bedürfnisse:

Hierzu zählt das Bedürfnis nach Zugehörigkeit, Freundschaft, Liebe und Akzeptanz in einer Gruppe.

4. Individualbedürfnisse (Ich-Bedürfnisse):

Diese Stufe umfasst das Streben nach Wertschätzung, Anerkennung, Status und Selbstachtung.

5. Selbstverwirklichung:

An der Spitze der Pyramide steht das Bedürfnis, das eigene Potenzial voll auszuschöpfen und sich selbst zu verwirklichen.

1. Physiologische Bedürfnisse

(Vereinfachte Darstellung bzw. Beschreibung der 5-Stufigen Bedürfnispyramide nach Maslow)

Hierzu zählt Maslow (1943) alle Grundbedürfnisse, die zum Erhalt des menschlichen Lebens erforderlich sind wie Atmung, Wasser, Nahrung, Schlaf, Fortpflanzung und physiologische Homöostase.

2. Sicherheitsbedürfnisse

(Vereinfachte Darstellung bzw. Beschreibung der 5-Stufigen Bedürfnispyramide nach Maslow)

Sind die physiologischen Bedürfnisse relativ gut befriedigt, taucht eine neue Reihe von Bedürfnissen auf: Sicherheitsbedürfnisse (wie körperliche und seelische Sicherheit, materielle Grundsicherung, Arbeit, Wohnung, Familie, Gesundheit).

3. Soziale Bedürfnisse

(Vereinfachte Darstellung bzw. Beschreibung der 5-Stufigen Bedürfnispyramide nach Maslow)

Sind die ersten beiden Kategorien weitgehend befriedigt, erlebt der Mensch einen starken Drang nach sozialen Beziehungen (Anschlussmotiv). Dazu gezählt werden u. a. Familie, Freundschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Zugehörigkeitsgefühl, Kommunikation, sozialer Austausch, Gemeinschaft, gegenseitige Unterstützung, Beziehung, Zuneigung, Liebe und sexuelle Intimität. Die Abwesenheit von Freunden, eines geliebten Menschen, des Lebenspartners oder der Kinder wird ein starker Motivator sein, diese Lücke zu überwinden oder eine nicht frustrierende Situation wiederherzustellen. Gleichzeitig wird er versuchen, eine bestimmte soziale Rolle zu erfüllen oder sich einen Platz in einer sozialen Gruppe zu sichern.

4. Individualbedürfnisse

(Vereinfachte Darstellung bzw. Beschreibung der 5-Stufigen Bedürfnispyramide nach Maslow)

Zu den Individualbedürfnissen rechnet Maslow u. a.: Vertrauen, Wertschätzung, Selbstbestätigung, Erfolg, Freiheit und Unabhängigkeit. Maslow versucht hier noch einmal, zwei Unterkategorien zu unterscheiden:

  • A) den Wunsch nach (mentaler/körperlicher) Stärke, Erfolg, Unabhängigkeit und Freiheit,
  • B) den Wunsch nach Ansehen, Prestige, Wertschätzung, Achtung und Wichtigkeit, also eine passive Komponente unserer Selbstachtung, die nur von anderen Menschen für uns erfüllt werden kann.

5. Selbstverwirklichung

(Vereinfachte Darstellung bzw. Beschreibung der 5-Stufigen Bedürfnispyramide nach Maslow)

Wenn bis auf diese Stufe alle Bedürfnisse befriedigt sind, wird nach Maslow eine neue Unruhe und Unzufriedenheit im Menschen erwachen: Er will seine Talente, Potenziale und Kreativität entfalten, sich in seiner Persönlichkeit und seinen Fähigkeiten weiterentwickeln und sein Leben gestalten und ihm einen Sinn geben.

Den Begriff Selbstverwirklichung, den Maslow Kurt Goldstein zuschreibt, versucht er als ein spezifisches und begrenztes Konzept zu definieren. Es geht dabei um den Wunsch bzw. die Tendenz, das eigene Potential auszuschöpfen, also das zu werden, was einem anlagebedingt überhaupt möglich ist (Entelechie). In welcher Form sich dieses Bedürfnis letztlich ausdrückt, ist somit im höchsten Maße vom Individuum selbst abhängig (eine gute Mutter sein, ein Athlet, ein Erfinder usw.).

Die Maslowsche Bedürfnishierarchie erweitert auf 8 Ebenen (im Jahr 1970)

Maslow hat sein Modell 1970, also kurz vor seinem Tod, erweitert.

Die oberste Stufe der neuen Pyramide ist die „Transzendenz“, also eine das individuelle Selbst überschreitende Dimension oder etwas, das außerhalb des beobachtbaren Systems liegt. Diese Erweiterung reflektiert Maslows Weg von der humanistischen zur transpersonalen Psychologie. Obwohl häufig das Datum 1970 angegeben ist, wird die Pyramide in der Literatur meist noch in der älteren Fassung, also mit der Selbstverwirklichung und nicht mit der Transzendenz an der Spitze, dargestellt.

Ferner erweitert er die Pyramide um die zwei Ebenen der ästhetischen und der kognitiven Bedürfnisse, die er über den Individualbedürfnissen einordnet.

Dies führt zu folgender achtstufigen Pyramide:

8. Transzendenz

7. Selbstverwirklichung

6. Ästhetische Bedürfnisse

5. Kognitive Bedürfnisse

4. Individualbedürfnisse

3. Soziale Bedürfnisse (Anschlussmotiv)

2. Sicherheitsbedürfnisse

1. Physiologische Bedürfnisse

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